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Der erste Einblick in die ängstliche Seite meinerselbst.

Nun fange ich an ein wenig zu grübeln, meine Finger sind kalt, ein wenig nervös bin ich auch, erkennbar an meiner eher ungleichmäßigen Atmung, angepasst an meinen schnellen Herzschlag.

 

Ich habe Angst, obwohl mir keine Gefahr droht.

 

Zu beschreiben ist es wie eine Leiter, diese hat eher eine dunkle Farbe, vielleicht ein sattes weinrot oder ein tiefes meerblau. Ich stehe durchgehend an der ersten Sprosse, die rechte Hand festgeklammert an einer der kalten Eisenstangen, die das gesamte Konstrukt zusammen halten, die andere zieht mich förmlich in den nichtssagenden Raum hinter meiner Person und weg von der unangenehmen Stimmung die hier herrscht. Jederzeit kann sich mein Kopf dazu entscheiden mich hoch in das Düstere zu ziehen.

Wenn ich tief in meinem Bauch spüre, dass der Katalysator, der mich dazu bewegt die Leiter in langsamen oder rasanten Zügen nach oben zu klettern, einen Antrieb startet, begebe ich mich in Sicherheit. Was so viel heißt wie fluchartige Bemühungen Räume zu verlassen, Vermeidung jeglichen Augenkontakts, Sicherstellung einer Position in der ich aus keiner Richtung angreifbar bin (damit ist keine psychische Gefahr, sondern tatsächlich körperliche Gewalt gemeint), gegebenenfalls sogar die Errichtung einer Schutzhöhle oder zusammengekauerter Körperposition.

Sekunden fühlen sich dann an wie Minuten oder Stunden, die realistisch betrachtet nichtssagenden Blicke meiner Mitmenschen werden zu einem bösartigen und aggressiven Starren. Alles was im Normalfalls friedlich erscheint, wirkt auf mich wie ein Wall aus Waffen, sexueller und rein körperlicher Gewalt, Unsicherheit und das Gefühl zu fallen prasselt wie Regen auf mich ein.

 

 

Eine klare Erinnerung meiner frühen Kindheit verrät, wie ich zum ersten Mal auf der Leiter stand und Hilfe bei dem Bein meines Vaters fand, welches mir damals als sicherste Variante erschien, dem undefinierbaren Monster zu entkommen. Selbstverständlich klammere ich mich heute nicht mehr an Beine wenn aus meiner Perspektive Gefahr droht, das wäre wohl mein Outing zur kompletten Instabilität. Wobei das für mich womöglich die perfekte Behandlung meiner Angststörung wäre, gelassen und humorvoll zu bleiben, so wie mich alle meine Freunde kennen und schätzen, leider blieb das bisher aus. 

Angesprochen habe ich die hier beschriebenen Panikattaken zum ersten Mal bei einer Jugendtherapeutin, zu welcher ich im Alter von 14 Jahren "geschickt" wurde. Heute denke ich, dass es eher ein freundlich aufzunehmender aber doch verzweifelter Versuch meines vollkommen überforderten Vaters war, mich bei der Bewältigung meiner Pubertät zu unterstützen. Soweit meine Erinnerung in diesem Zusammenhang der Wahrheit entspricht, schenkte sie diesem Thema damals nicht die nötige Aufmerksamkeit, vielleicht war ich aber auch da schon ein Meister der Verdrängung und Verdeckung. Zumindest weiß ich sicher, dass ich mich auch damals schon intensiv mit dieser Belastung auseinander gesetzt habe, die erstmals aber nur erschienen ist, wenn mich nachts wiedermal Alpträume in Dauerschleife verfolgten, oder ich einer besonders stressigen Situation ausgesetzt war.

Woher kommt das eigentlich, dieser eigenartige Hang, sämtliche Erlebnisse, Emotionen und Wahrnehmungen in Träumen zu verarbeiten, geht das jedem so, oder ist das nur eine hier und da vorkommende Möglichkeit sich selbst zu reflektieren?

 

 

 

 

 

23.1.16 16:00
 


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